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INTERVIEW

„Man steht immer vorm Tor“
Wigger Bierma über die typografische Ausbildung an der Hochschule für bildende Künste (HFBK) in Hamburg und die Unterschiede zwischen Deutschland und den Niederlanden

 

Wie wirkt sich die Umstellung auf Bachelor und Master an der HFBK aus?
In der algemeinen Hochschullandschaft ist die Zeit knapp geworden. Diese Dynamik spühren wir an der HFBK auch, aber wir versuchen uns dagegen zu stemmen. Manchmal habe ich dennoch das Gefühl weniger Zeit zu haben, um Gedanken zu entwicklen und zu vermittlen.
Wie gehen Sie damit um, reden Sie schneller?
Genau. Nein, im Ernst, man muss etwas weglassen oder man hat eben weniger Zeit, zu reflektieren. Die Aufgaben sind jetzt anders gestellt, so dass man nicht so viel recherchieren muss. An der HFBK versuchen wir trotzdem, den Studenten die Zeit zu lesen, zu verstehen, zum gucken und zum austauschen zu geben. Da hat sich mit der Umstellung gar nicht so viel geändert.
Müssen Studenten heute mehr lernen, wissen, können?
Ja und nein. Typografie hat sich mit vielen anderen Bereichen verknüpft. Gestalter sind heute auch Setzer und Lithographen. So ist viel dazu gekommen. Aber es ist auch viel verschwunden, gerade wenn es um tatsächliche künstlerische Verantwortung geht. Da kann es sein, dass vielleicht jemand mit Marketinghintergrund die Covergestaltung eines Buches vorgibt. Man hat als Designer auch Terrain verloren. Wobei das mehr ein Problem von Fachhochschulen ist. Die HFBK hat einen anderen Ansatz.
Nämlich welchen?
Eine gute typografische Ausbildung muss die Möglichkeit bieten, sich mit Details auseinandersetzen zu können. Das kostet Zeit. Die Ausbildung an der HFBK findet im Kontext der Künste statt, nicht im Kontext der Wirtschaft. Studieren heißt hier noch immer, dass man selbst seinen Weg finden muss. Dass man nicht durch ein Programm gepeitscht wird – es gibt bei uns kein fest formuliertes Curriculum. Typografie und Gestaltung sind konzeptioneller geworden und der Bereich Kunst bietet den Studenten einen seriösen Referenzrahmen. Das ist ein Riesenvorteil gegenüber den Fachhochschulen, dass unsere Studenten sich direkt an bildende Kunst spiegeln können, wo der Begriff Konzeptualität eigentlich herkommt.
Die Studenten müssen also viel Eigeninitiative zeigen?
Sie müssen eine eigene Stimme finden. Wir bilden eher selbständige Gestalter aus als Mitarbeiter in Agenturen. Es geht uns nicht um das Anlernen von Fähigkeiten, mit denen man sich dann anderen zur Verfügung stellt. Uns ist der Prozess wichtig, vom Konzept über Recherche und Erprobung bis zur fertigen Arbeit. Es geht um typografische Gestalter, die sich selbst als Autor verstehen. Typografie ist heute kaum noch ein Handwerk, es ist eine Haltung. Für die HFBK ist Typografie und Gestaltung eine künstlerische Leistung, der Schwerpunkt liegt auf der Ursprünglichkeit.
Wenn es keinen Stundenplan gibt, wo lernen Studenten typografische Grundlagen? Oder werden die vorausgesetzt?
Wer Lücken hinsichtlich der Basics bei sich bemerkt, hat genug Möglichkeiten, diese zu füllen, in Seminaren oder in den gut ausgestatteten Werkstätten. Wir haben eine hervorragende Druckereiwerkstatt mit Mengen von Bleimaterial, und glaube mir, das verlagsamt schon. Außerdem gibt es den hauseigenen Material-Verlag. Studenten können Bücher in Kleinauflagen drucken, das heißt sie können etwas realisieren und tatsächlich Autorenschaft ausüben: Künstlerbücher machen.
Verändert die rasant fortschreitende Technik die typografische Ausbildung?
Technik ist heute selbstverständlich und vor allem implizit. Dadurch ist sie weniger sichtbar als vor zehn Jahren, hat aber den Arbeitsprozess deutlich beschleunigt. Die Zeit, ein bisschen mit dem Rohmaterial herumzufummeln gibt es nicht mehr, der Rechner stellt alles was man macht sofort dar. Man steht quasi immer vorm Tor.
Steht bei Ihnen ausschließlich Typografie oder auch Typedesign auf dem nicht vorhandenen Stundenplan?
Wir konnten Stefan Claudius von der Cape Arcona Type Foundry als Gastprofessor engagieren, er veranstaltet Kurse, in denen Schriften gebaut werden. Aber wenn man wirklich Typedesign lernen will, sollte man lieber woandershin gehen. Zum Beispiel zu Fred Smeijers an die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig oder zum Masterstudium an die Königliche Akademie der bildenden Künste nach Den Haag. Wobei der Unterricht dort so stark von den Lehrenden geprägt wird, dass fast nur gleiche Schriften herauskommen.
Was unterscheidet die typografische Ausbildung in den Niederlanden von der in Deutschland?
Der Typografieunterricht in Deutschland ist zielgerichteter als in den Niederlanden. Und meine Aufgabenstellung ist eine andere. In Holland sah ich als meine Aufgabe, etwas gegen die allgegenwärtige Informalität zu stellen. In Hamburg geht es mir darum, Typografie und Gestaltung im Kontext einer Kunsthochschule zu thematisieren, d.h gerade umgang mit informellen, persönliche Inhalte. Auch gibt es den deutschen Unterschied zwischen Fach- und Kunsthochschule in den Niederlanden nicht.
Was war die Intention, als Sie 1998 mit Karel Martens in Arnhem die Masterausbildung Werkplaats Typografie gegründet haben?
Wir wollten einen Ort schaffen, an dem man sich intensiv und ursprünglich mit typografischer Gestaltung auseinandersetzen kann. Das ist auch gut gelungen, aber nach ein paar Jahren entstand eine Klima von Hochmut. Der Akzent hat sich dahingehend verschoben, in einem modischen Sinne leitend zu sein.
Und das hat Ihnen nicht gefallen?
Genau. Ich habe mich dort nicht mehr zu Hause gefühlt und bin weiter gezogen. Ich denke das war eine gute Entscheidung, denn in Hamburg und an der HFBK fühle ich mich ausgesprochen wohl.


Wigger Bierma studierte Typografie an der Kunstakademie im niederländischen Arnheim und gründete 1998 zusammen mit Karel Martens die erfolgreiche Masterausbildung Werkplaats Typografie. Seit 2006 lehrt er an der HFBK Hamburg und ist außerdem (seit 1985) als selbständiger Gestalter, vor allem im kulturellen Bereich, tätig.

 

Artikel erschinen in PAGE 11,11, interviewed von Antje Dohmann